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Gallien in der Spatantike: Von Kaiser Constantin zu Frankenkonig Childerich, Romisch-Germanisches Zentralmuseum Forschunginstitut fur Vor- und Fruhgeschichte, Philipp von Zabern, Mainz am Rhein 1980
Vorwort (von Kurt B?hner)
Vorbereitender Ausschu? Arbeitsausschu? .......
Leihgeber ............
Forderer der Ausstellung Autoren des Kataloges
Einfuhrung (von Konrad Wcidemann)
Katalog
I. Gallien und der Kaiser -
Die Reichsherrschaft in der Spatantike ......................
II. Kunst und Kunsthandwerk -
Meisterwerke der Spatantike in Gallien ......................
III. Heidentum und Christentum -
Die geistige Auseinandersetzung und der Sieg der Kirche ........
IV. Romer und Germanen -
Die Reichsbewohner, ihr Bedurfnis nach Wohlstand und Sicherheit
V. Senatorischer Adel und germanische Foederaten -
Die Oberschicht und das Ende der Romerherrschaft ............
Anhang ..................................................
Verzeichnis der Farbtafeln ...................................
Zeichenerklarung der abgebildeten Karten .......................
Abgekurzt zitierte Literatur ..................................
Fotonachweis .............................................
Elfenbeindiptychen, die einen neu gew?hlten r?mischen Konsul in seinem feierlichen Amtsornat darstellen Waf?fen und Schmuckst?cke aus dem Grabe des 482 in Tour-nai gestorbenen Frankenk?nigs Childerich - Glas- und Silbergeschirr mit Darstellungen antiker G?tter und Hel?den - endlich Sarkophage mit Bildern aus dem biblischen Altertum und dem Leben Christi: diese gleichzeitigen Gegenst?nde mit ihrem ganz und gar gegens?tzlichen Inhalt bezeichnen den Sinn dieser Ausstellung. Sie will die Gegens?tze und Spannungen einer Epoche deutlich machen, in der sich der ?bergang vom Altertum zum Mittelalter vollzog und zwar in einem Gebiet, das sp?ter der Kern des Abendlandes werden sollte. F?r dessen Schicksal sind die Vorg?nge, die sich im sp?tantiken Gallien vollzogen, von au?erordentlicher Bedeutung. Die Auseinandersetzungen, die das Leben im sp?tantiken Gallien bestimmten, vollzogen sich zwischen dem r?mi?schen Staat und den immer st?rker gegen ihn vordringen?den Germanen auf der einen und zwischen dem antiken Heidentum und der wachsenden Kirche auf der anderen Seite.
Nachdem unter dem Schutz des r?mischen Heeres bis um die Mitte des 3. Jhs. an der Rheingrenze Friede ge?herrscht hatte, wurde diese seit 253 von Franken und Alamannen in immer neuen Raub- und Beutez?gen durchbrochen, welche weit nach Gallien hinein vordran?gen. Der franz?sische Historiker C. JuIIian bezeichnet die Verw?stung Galliens im Jahre 275 als ?die gr??te Katastrophe, die jemals Gallien betroffen hat?. Die da?mals entstandene Brandschicht kommt bei den Ausgra?bungen in Trier immer wieder zutage. Um der an der Rheingrenze drohenden Gefahr nahe zu sein, erhob be?reits 259 der in Gallien zum Kaiser ausgerufene Postumus K?ln zu seiner Residenz, die unter seinen Nachfolgern, den gallischen ?Sonderkaisern?, dann nach Trier verlegt
wurde. Bei der Neuordnung des ganzen Reiches durch Diocletian (284-305) wurde Trier die Hauptstadt der Dioecesis Galliarum und der Sitz der gro?en gallischen Pr?fektur, zu der u. a. auch Spanien und Britannien geh?rten. Unter Constantin d. Gr. und seinen Nachfol?gern war Trier die St?tte des Kaiserpalastes in der west?lichen Reichsh?lfte. Nichts kann deutlicher die Bedeu?tung der Stadt und der von ihr aus regierten Dioecesis Galliarum zeigen, als diese Tatsache. Die Verlegung der Pr?fektur nach Arles um 400 zeigt deutlich, da? jetzt die Rheingrenze keine Sicherheit mehr bot. Die hohe Bedeu?tung Triers als Kaiserstadt kommt in Bezeichnungen wie der eines zweiten Rom (altera Roma) oder eines belgi?schen Rom (belgica Roma) zur Geltung. Das trotz aller Gefahr noch siegesgewisse Verh?ltnis des Reiches zu den Germanen findet in einem Lobgedicht auf den Kaiser Maximian vom Jahre 289 seinen Ausdruck, das wohl in Trier vorgetragen wurde am Gr?ndungstage der Stadt Rom, ?die unverg?nglich ?ber die V?lker herrscht?. Stolz wird vom Kaiser gesagt: ?Als Erster hast Du, o Kaiser, bewiesen, da? nur Deine Waffen dem R?mischen Reiche eine Grenze bestimmen k?nnen . . . soweit ich schaue, ?ber dem Rhein ist r?misches Land!? Der st?ndig drohenden Germanengefahr zum Trotz entwarf der als Dichter, Professor, Konsul, Prinzenerzieher und Hofbe?amter in Trier zu h?chsten Ehren gelangte Ausonius in seiner 371 entstandenen ?Mosella? ein idyllisches Bild des Mosellandes mit seinen St?dten und Villen, das be?wu?t ?ber die Unruhen der Zeit hinwegt?uschen wollte. In diesem Gedicht und seinen anderen Werken erweist Ausonius sich als ein Mann, der - obwohl er Christ war und ganz in einer christlichen Umwelt lebte - die Tradi?tionen r?mischer Philosophie und Dichtkunst pflegte und lehrte. Er war ?berzeugt, da? Rom ?das Haupt der Welt? (caput mundi) sei und glaubte fest an die Ewigkeit Roms (aeternitas Romae). Die sinkende Macht des Reiches und die st?ndige Bedrohung durch die Germanen...
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